Zielgruppe finden

Eigentlich sollten Verkäufer die Frage nach der Zielgruppe des Unternehmens leicht beantworten können. In der heutigen Zeit ist zwar alles möglich, aber es wird hoffentlich niemand einen Shop eröffnen und sich erst danach Gedanken über seine Zielgruppe machen. Das Internet ist wirklich riesig. Überall auf der Welt warten Kunden nur darauf, dass noch ein zusätzlicher Shop eröffnet. Vielleicht ist er ein paar Cent billiger. Was nutzt es jedoch, wenn Ihre Internetseite nicht gefunden wird? Sie haben zwar die besten Preise und gute Texte auf Ihrer Homepage, überlassen die richtigen Keywords jedoch kampflos den Mitbewerbern. So kann aus der Idee kein erfolgreiches Unternehmen werden.

Wie finde ich die richtige Zielgruppe

Wo finden Sie im realen Leben Ihre Kunden?
Würden Sie Werbung auf der Plakatwand vor dem städtischen Altersheim machen, wenn Sie High-Heels und hohe Stiefel verkaufen wollen? Wahrscheinlich nicht, es sei denn, nebenan ist eine bei selbstbewussten Frauen besonders angesagte Boutique. Die hätte Ihren Standort allerdings wohl nicht neben einem Seniorenheim. Nur, dass wir uns richtig verstehen. Ich habe nichts gegen Senioren und präsentiere jederzeit gerne exklusive Mode für ältere Damen und Herren. Es kommt allerdings selten vor, dass eine reife Frau Stiefel oder gar High Heels trägt. Wenn sie dann noch einen Rollator vor sich her schiebt oder sonstige Laufhilfe an der Hand hat, wirkt es wohl eher lächerlich. Ich hoffe, sie verstehen mein etwas krasses Bild von falsch platzierter Werbung. Diese Werbekosten sind ein Schuss in den Ofen und verpuffen wie eine Seifenblase.

Exklusive Gutscheine
sind eine gute Möglichkeit, seine Zielgruppe zu finden. Kostenlose Visitenkarten von Vistaprint und mein Druckportal halten die Kosten für eine solche Werbeaktion in Grenzen.

Lassen Sie sich einen Stapel Visitenkarten drucken. Auf der Rückseite sollten zwei Zeilen frei sein. Jede Kundin kann bis zu 5 Einladungskarten mitnehmen. Sie muss sich vor der Verteilung der Karten per eMail registrieren und ihre Mail-Adresse auf die Visitenkarten schreiben. Kommt eine Kundin mit der Karte in die Boutique, bekommt die Verteilerin eine Gutschrift. Für die erste Bestellung bekommt der neue Kunde oder die Kundin ein kleines Geschenk oder einen festgelegten Rabatt. Anfang Dezember eignet sich auch ein großer Sack voller Geschenke, aus dem die Neukundin sich eine Überraschung mitnehmen darf.

Die Gutschein-Aktion sollte zeitlich begrenzt sein. In dieser Zeit kann sich die Verteilerin neue Einladungskarten abholen und verteilen. Wie viel Rabatt Sie ausmachen, hängt natürlich auch von der Kundentreue ab. Eine langjährige Kundin werden Sie bestimmt gerne mit 10 % Rabatt belohnen. Sie kann also für 10 bis 20 geworbene Kunden ein paar exklusive Stiefel kostenlos bekommen. Das hört sich vielleicht nach zu viel Rabatt an, aber dafür haben Sie 20 neue Kunden, die auch wieder Neukunden werben wollen. Der Rabatt muss sich also lohnen.

Erstellen Sie einen Fragebogen mit Fragen nach den Interessen und Aktivitäten der Kunden. Halten Sie es wie Amazon und viele andere Shopbetreiber. Notieren Sie sich bei jedem Einkauf, was der Kunde noch gekauft hat. Vergleichen Sie seine Einkäufe mit den Bestellungen anderer Kunden.
Erkennen Sie Zusammenhänge? Speichern Sie Protokolle der aufgerufenen Artikel und Suchanfragen. Haben Sie vielleicht gemerkt, dass jeder männliche Kunde, der eine moderne Handtasche aus Leder online bestellt hat, sich auch exklusive Aktentaschen angesehen hat?

Online finden Sie Ihre Zielgruppe ganz einfach. Suchen Sie nach Ihren Bestsellern und besonders beliebten Produkten. Achten Sie auf Ihre Mitbewerber. Bei welchen Keywords ist die Konkurrenz weiter vorne? Nutzen Sie das kostenlose Werkzeug der Suchmaschine Google. Geben Sie die Suchbegriffe im Google-Adwords-Tool ein und spielen Sie ein wenig mit sinnverwandten Wörtern und anderen Schreibweisen. Nutzen Sie auch das erstklassige Tool von Google Inside Search. Hier bekommen Sie schnell einen guten Überblick, wo wie nach Ihren Produkten gesucht wird, was die Welt interessiert und warum Ihre Mitstreiter in den Suchmaschinen immer noch besser angezeigt werden.

Last but not least:

Stellen Sie sich vor, Sie wären auf der Suche nach den Produkten, die Sie verkaufen wollen. Vergessen Sie für einen Moment Ihr Fachwissen, es sei denn, Sie verkaufen absolute Insider-Produkte. Wie würden Sie im Internet danach suchen? Welche Suchwörter würden Sie verwenden? Fragen Sie Ihre Freunde, welche Suchbegriffe sie eintippen.

Eine wundervolle Idee

Kennen Sie das Spiel „Tabu“? Sie müssen Produkte, Eigenschaften und Redewendungen erklären. Es ist allerdings absolut tabu, ein oder mehrere bestimmte Wörter zu verwenden. Die Aufgabe und welche Begriffe Sie nicht verwenden dürfen, steht auf einem kleinen Kärtchen.
Wenn Sie wollen, ergänzen Sie das Spiel doch einfach um ein paar eigene Ideen. So bereichern Sie Ihren Wortschatz und kommen spielend leicht auf originelle Produktbeschreibungen.

Und was dann?

Und dann bloggen Sie. Schreiben Sie sich alles von der Seele, was Ihnen auf dem Herzen liegt. Sie sollen natürlich keinen Seelenstriptease machen. Beschreiben Sie einfach die Produkte in Ihrem Shop. Schreiben Sie darüber, warum der Edelstahl Weinflaschenhalter einzigartig ist und warum auf jedem festlich gedeckten Tisch Ihre Tischdekoration zu sehen sein sollte.
Wenn auf Ihrer Internetseite viele gute Texte zu lesen sind, spricht sich das herum und Sie werden immer mehr regelmäßige Leser finden. Im Laufe der Zeit werden Sie sich ganz automatisch auf die Produkte spezialisieren, die bei Ihrer Zielgruppe ankommen.

In diesem Sinne.
Ich wünsche Ihnen jederzeit erfolgreichen Verkauf und immer einen Besucher auf Ihrer Internetseite, der gerade etwas einfach online bestellen will.

Wie lässt sich Zielgruppe definieren?
Eine kleine gedankliche Anregung:
Zielen Ihre Angebote auf eine bestimmt Gruppe von Kunden, oder sind Sie für alle (also für niemanden so richtig) da?
Wie können Sie das Ziel einer bestimmten Gruppe von Kunden werden?
Aktuelles Beispiel: Wellness für Frauen
Hier müssen Männer draußen bleiben. Die Wellness-Angebote stehen nur Frauen zur Verfügung. Ob der Gärtner, der den Rasen vor der Wellness-Oase mäht, auch eine Frau (eine Gärtnerin) ist, bleibt allerdings offen.